Welche Vinylboden Nutzungsklasse soll ich wählen?

Verschiedene Umgebungen stellen grundverschiedene Anforderungen an den jeweiligen Fußboden. Die Vinylboden Nutzungsklassen geben dem Fachmann einen klaren Aufschluss darüber, welche Belastungen der Boden genau verträgt. Die Wahl der richtigen Nutzungsklasse ist wichtig, damit der Vinylboden nicht nach wenigen Monaten aufgrund zu starker Belastungen bereits abgenutzt ist und seine besten Eigenschaften verliert.

Einige Vorteile haben allerdings alle Vinylboden Nutzungsklassen, völlig unabhängig vom Einsatzort und der Art der Belastung. Innerhalb der EU hergestellten Böden dürfen keine gesundheitsgefährdenden Stoffe mehr enthalten, die teilweise noch bei der Herstellung von Laminat genutzt werden. Auch wird der Fußbodenbelag bei der Verwendung von Vollvinyl ganzflächig verklebt, wodurch keine Spalten mehr durch Luftfeuchtigkeits- und Temperaturunterschiede entstehen können. Weiterhin kann der Boden durch die Verklebung beim darüber Laufen nicht klappern.

Tabelle über Vinylboden Nutzungsklassen

Tabellenübersicht der Vinylboden Nutzungsklassen
NutzungsklasseBereichBeanspruchungIntensität der NutzungBeispiele
21Wohnbereich (private Nutzung)geringe NutzungleichtGäste- und Schlafzimmer
22Wohnbereich (private Nutzung)durchschnittliche NutzungnormalWohn, Esszimmer, Innenflur
23Wohnbereich (private Nutzung)starke NutzungstarkEingangsbereich, Küche, Treppenflur
31Gewerbe (öffentliche und gewerbliche Nutzung)geringe oder zeitweise NutzungleichtHotelzimmer, Kleinbüro, Konferenzräume
32Gewerbe (öffentliche und gewerbliche Nutzung)kontinuierliche NutzungnormalBüros, Boutiquen, Warteräume
33Gewerbe (öffentliche und gewerbliche Nutzung)intensive NutzungstarkKaufhäuser, Hallen, Klassenzimmer

Einteilung der Vinylboden Nutzungsklassen

Nutzungsklassen von Fußböden nach DIN EN 685 (alt) beziehungsweise DIN EN ISO 10874:2012-04 (neu) bestehen aus einer Kombination von zwei Zahlen. Folglich werden die Böden in zwei Kategorien eingestuft.

Die erste Kategorie gibt auch die erste Zahl an und richtet sich nach dem Ort der Verlegung, die zweite Kategorie wird nach der Intensität der Belastung gewählt. Vinylboden Nutzungsklassen reichen von der einfachsten Klasse 21 bis zur am meisten belastbaren Klasse 43.

Obwohl beide Zahlen verschiedene Informationen liefern, gilt grundsätzlich, dass der Boden mit der höheren Zahl auch eine größere Belastung verträgt. Somit ist ein Boden mit der Klasse 32 deutlich belastbarer als jener mit der Klasse 22. Das gleiche gilt für Klasse 23 gegenüber 21.

Gibt es spezielle Vinylboden Nutzungsklassen?

Nein, die Nutzungsklassen für Fußböden sind für Vinylböden wie für Laminat identisch. Alle Kunststoffböden werden anhand der gleichen Klassen eingruppiert. Im europäischen Raum ist der Vinylboden Hersteller zur Angabe der jeweiligen Nutzungsklasse verpflichtet. Sie ermöglicht einen sehr guten Vergleich unterschiedlicher Fußböden für die örtlichen Verhältnisse.

Wo liegt der Unterschied zwischen Vinylboden Nutzungsklassen und Beanspruchungsklassen?

Es existiert kein Unterschied.

Vinylboden Nutzungsklassen und Beanspruchungsklassen bezeichnen exakt den gleichen Sachverhalt. Häufiger wird jedoch der Begriff Nutzungsklasse verwendet.

In Arztpraxen oder Rehazentren etc. werden Vinylböden oft stark belastet. Daher sollte auf jeden Fall eine höhere Nutzungsklasse verwendet werden.

Vinylboden Nutzungsklassen in Arztpraxen und Rehabereichen

Vinylboden Nutzungsklassen für den privaten und gewerblichen Bereich

Die erste Ziffer der Nutzungsklasse gibt Aufschluss über die Art der Belastung. Die Vinylboden Nutzungsklassen 21, 22 und 23 sind somit für die Verlegung in Privathaushalten bestimmt. Die Klassen 31, 32, 33 und 34 hingegen sollen im gewerblichen Bereich zum Einsatz kommen. Die zweite Ziffer steht dabei für die Intensität der Belastung.

Also: Klasse 21 ist für das wenig benutzte private Schlafzimmer empfohlen, Klasse 34 hingegen für die viel begangene Kaufhalle.

Generell geht die Norm davon aus, dass im gewerblichen Bereich eine höhere Beanspruchung stattfindet als im privaten Umfeld. Oftmals lohnt sich jedoch ein Vergleich der Vinylboden Preise unter den Nutzungsklassen.

Bei einer geringen Differenz empfiehlt es sich, auf die nächsthöhere Klasse umzusteigen. Dies bringt eine deutlich größere Belastbarkeit mit sich, ohne Nachteile aufzuweisen. Eine Verlegung von Vinylboden der Nutzungsklassen 31, 32, 33 und 34 in privaten Räumen ist demnach problemlos möglich.

Im Kinderzimmer wird zwar getobt und gerauft. Meist reicht jedoch eine geringe Nutzungsklasse aus.

Vinylboden Nutzungsklasse im Kinderzimmer

Vinylboden Nutzungsklassen für den industriellen Bereich

Lautet die erste Ziffer 4, so handelt es sich um einen speziellen Boden für die Industrie. Diese Vinylboden Nutzungsklassen sind für außergewöhnlich hohe Belastungen ausgelegt. Dieser Bodenbelag verkraftet sogar Belastungen, wie sie durch Staplerverkehr oder andere schwere Flurförderfahrzeuge auftreten.

Klasse 41 steht dabei für überwiegend sitzende Tätigkeiten mit gelegentlichen Fahrzeugverkehr, 42 für stehende Tätigkeiten mit regelmäßigem Verkehr und 43 für sehr stark befahrene Bereiche wie Produktions- oder Lagerhallen. Bei Unsicherheiten bezüglich der Nutzungsklasse für industrielle Bereiche kann ein Fachmann bei der Beratung helfen. Ein an dieser Stelle falsch gewählter Boden würde unheimlich schnell verschleißen.

Zusammenhang zwischen Vinylboden Nutzungsklassen und Abriebklassen

Die Abriebklasse gibt an, wie lange ein Bodenbelag einer definierten Beanspruchung standhält, bis die schützende Oberschicht zerstört ist und irreparable Schäden am Material auftreten. Sie wird durch einen Test ermittelt und in den Klassen AC 1 bis AC 5 angegeben. Je höher die Zahl, umso abriebfester der Boden. Die Norm legt genau fest, wie viele Schleifbewegungen der Bodenbelag verkraften muss, um einer bestimmten Klasse zugeordnet zu werden.

Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen den Abriebklassen mit den Vinylboden Nutzungsklassen, wie in der Übersicht dargestellt. Die Böden für industrielle Bereiche sind noch abriebfester:

  • NK 21 = AC 1
  • NK 22 = AC 2
  • NK 23/31 = AC 3
  • NK 32 = AC 4
  • NK 33 = AC 5

Je nach Haustier, sollten Sie eine entsprechend robuste Nutzungsklasse für Ihren Vinylboden wählen.

Vinylboden: Welche Nutzungsklasse mit Haustieren?

Gelten die Vinylboden Nutzungsklassen auch für Klick-Vinyl?

Ja, hier gelten die gleichen Nutzungsklassen. Diese sind für alle Kunststoff-Fußböden identisch. Das Problem ist jedoch, dass die Belastbarkeit bei falscher Verlegung deutlich abnimmt. Die Fehler bei der Verlegung sind zwar bei Vollvinyl und Klick-Vinyl unterschiedlich, ruinieren jedoch ebenso die Belastbarkeit des Bodens.

Daher sollte auch Klick-Vinyl in jedem Fall von einem qualifizierten Fachbetrieb verlegt werden.

Auswahl der Vinylboden Nutzungsklassen und Verlegung durch einen Fachmann

Die Beurteilung der richtigen Nutzungsklasse für den Boden ist nicht immer einfach.

In erster Linie entscheiden natürlich die mechanischen Belastungen durch Mensch und Maschine. Besonders im gewerblichen Bereich kommen jedoch zu den normalen Belastungen meist noch arbeitsrechtliche Vorschriften hinzu, die beachtet werden müssen. All diese Faktoren spielen am Ende in die Entscheidung mit hinein.

Mit der Beauftragung von einem unserer Partnerbetriebe geht bei der Auswahl des Fußbodenbelages im wörtlichen Sinn „nichts schief„. Hier arbeiten ausschließlich qualifizierte Handwerksbetriebe mit einer langjährigen Erfahrung beim Thema Vinyl. Die Planung und Beratung durch Spezialisten auf diesem Gebiet vermeidet, teure Nacharbeiten.

Außerdem sind beim Fachbetrieb in Ihrer Nähe auch Fixpreise möglich, sodass besonders bei großen Projekten mit einem klaren Budget kalkuliert werden kann.